Hangzhou: Stadt der grünen Hügel und des Westsees

Sonntag, 13.08.2017

Heute war ein sehr schöner Tag. Es war auch nicht extrem heiß und feucht, aber trotzdem lief uns der Schweiß wieder in Strömen.

Das Hotelfrühstück war für 2,60 Euro in Ordnung, aber wir haben gelernt, dass man sich besser schnell den Teller vollschaufelt und den Rest mitnimmt, um das richtige ab zubekommen.

Aus den Lehren von Tai'an fragen wir an der Rezeption nach dem Weg zu unserem Ziel am nordwestlichen Teil des Westsees. Das ist ein großer See westlich von der Innenstadt Hangzhous. Das Fragen war aber wieder ein Zeigen der richtigen Sätze aus unserem Sprachführer. Erst wollte man uns ein Taxi andrehen, doch dann bekamen wir mit dem chinesischen Google Maps eine Verbindung gezeigt, die wir uns abfotografierten. Sehr praktisch diese Handys. Einen Stadtplan bekamen wir auch noch. So fanden wir schnell unseren Bus, der sich durch den Stau kämpfte.

Am botanischen Garten stiegen wir aus und wurden von lärmenden Massen begrüßt. Ganze Horden rannten hinter ihren Führern her und die Kinder hatten alle eine Pfeife zum Lärm machen dabei. Wir verstehen nicht, dass die Kinder hier alles dürfen und ich dachte immer in Deutschland sind die Kinder verzogen.

Um so erfreulicher war, dass die Massen ein anderes Ziel hatten und wir in eine Gasse den Berg hoch abbiegen konnten. In einem Wald ging es auf den Baoshi Shan. In dem Wald war es angenehm ruhig und die Luft gut. Unser erworbenes Antimückenmittel konnten wir auch gut gebrauchen, es kreuchte und fleuchte hier nur so.

Erst ging es steil bergauf und dann kamen wir an eine Höhle, die sich als Loch im Fels mit zwei heiligen Figuren rausstellte. Hier spielten ältere Männer und Frauen unter einem Pavillon Karten und wir pausieten ersmal. Weiter ging es den Berg runter und wieder rauf zum Sonnenaufgangsbalkon. Schöner Name für eine überdachte Terrasse, aber der Blick war leider von Bäumen bewachsen. Die Kinder mit den brüllenden Handys waren auch nicht weit. Zum Glück gingen die bald und wir hofften nicht mehr auf weitete Kinder (Das klingt gemein, aber irgendwann ist man echt genervt.). Wir hatten ein Teilchen mit Sesam mit, das recht teuer gewesen war und als wir es aßen, wussten wir warum: da war alles drin: Erdnüsse, Gemüse, Fleisch, Eier, Rosinen...und es schmeckte süß und salzig zugleich. Irgendwie etwas gewöhnungsbedürftig, aber ganz lecker.

Weiter ging es wieder den Berg runter zu einem tollen Aussichtspunkt, von dem man den halben See und die Skyline Hangzhous betrachten konnte. Die besondere Sicht zeigte sich auch am hier stattfindenden Brautpaarshooting. Wir beobachten die Posen und genossen den Ausblick bei herrlichem Wetter. Weiter runter ging es durch eine enge Schlucht zu der Bao-Pagode, eine taoistische Stätte. Dieser siebenstöckige Turm war ein beliebtes Fotomotiv. Bald waren wir am Ufer des Sees, wo es mit der Ruhe vorbei war. So viele Leute dränten sich am Ufer. Trotzdem war der Blick auf den riesigen See toll und das Wasser schwappte schon fast auf die Promenade. Im Hintergrund waren Berge mit Tempeln und Pagoden zu sehen. Hoffentlich ist morgen weniger los als am heutigen Sonntag.

Auf dem Weg zurück bekam ich noch einen  Schreck, als ich an einer Mauer stand und diese ansah, entdeckte ich plötzlich eine Schlange, die aus einem Loch in Höhe meines Kopfes guckte. Ich ging auf Abstand, aber ihr war es auch nicht Geheuer und sie verschwand im Loch. So konnte ich leider kein Foto machen,wie von den ganzen Eidechsen, die wir vorher gesehen hatten.

Weil wir hier nichts passendes zum Essen fanden., fuhren wir mit der U-Bahn zu dem Laden von gestern. Blöderweise waren wir heute zu früh. Sonst hatte hier immer alles auf zu jeder Zeit, aber hier gab es das Essen erst am 17 Uhr. So warteten wir 40 Minuten im Schatten der Bäume und aßen dann lecker Tintenfisch, Gemüse, Algensalat, Reis und Wassermelone für unter 7 Euro.

In der Seiden-Strasse war jetzt noch etwas mehr los als gestern und wir gingen noch durch ein paar Läden. Viele begonnen aber auch schon wieder zu schließen.

Auf der Rückfahrt zum Hotel hatte ich wieder halbleere Flaschen dabei. Diesmal wurde die Sicherheit des Wassers geprüft. Ich musste aber wieder Erwarten nicht vortrinken, es wurden einfach die Flaschen in ein Gerät gelegt, das sie als sicher einstufte. Dann konnten wir in die U-Bahn gehen. Beim Ticktkauf fiel mir noch auf, dass man mit einen Jiao (0,13 ct.) aus Plastik als Wechselgeld gegeben hatte. Ob das echt war? Die Prägung war von 1993,vielleicht gab es da Plastikmünzen in China. Auf jeden Fall ist er zu Schade zum Ausgeben.

Auf dem Rückweg zum Hotel holten wir noch Gebäck und Kaffee bei 85Grad, die es auch in Beijing gab. Hier gibt es so leckere Würfel aus Kokosnuss,  die man ganz schnell essen muss. Natürlich nur, damit sie nicht warm werden.

Nach diesem spannenden Tag mit vielen schönen Eindrücken freuen wir uns auf den morgigen Tag am Westsee.